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Augmented Reality oder wie Ihre Augen mehr sehen als Sie vermuten.

Kennen Sie das, wenn Sie vermeintlich etwas meinen gesehen zu haben? Das passiert uns allen einmal und ist grundsätzlich nicht weiter tragisch. Es kann nämlich verschiedenste Gründe dafür geben: Einerseits ist das Phänomen «Déjà-vu» beteiligt, das eine Erinnerungstäuschung darstellt oder Ihre Erinnerung spielt Ihnen einen Streich, indem sie verschiedene Sujets miteinander vermischt. Was Sie aber sehen, wenn Ihre Realität erweitert wird, ist täuschend echt und schon viel weiter in unserem Alltag angekommen, als Sie eigentlich denken würden.

Augmented Reality, Extended Reality, Virtual Reality und der Urwald der Begriffe

Alles klar bei diesem Zwischentitel? Wohl kaum aber an dieser Stelle auch nicht von Belang, da wir uns dieser annehmen und Sie danach zum Experten werden. Wir liefern Ihnen den Stoff, damit Sie die nächste Technikdiskussion beherrschen werden.

Beginnen wir zuerst mit der Realität. Was ist denn real respektive was beinhaltet die Realität? Diese Frage führt schon fast zu einem philosophischen Diskurs, weswegen wir dies auch entsprechend versuchen zu beantworten. Vorweg soll angemerkt werden, dass dies keine abschliessende Antwort ist, da zur Realität auch Subjektivität gehört und somit jeder von uns eine eigene Wahrnehmung besitzt. Sie merken bereits worauf das hinausläuft. Immanuel Kant (1724 bis 1804) führte mit seiner Kritik der reinen Vernunftein System ein, welches durch die Problematik von Realität und Idealität, also Sein und Denken, führen sollte. Gemäss dessen entsteht ein Objekt nur, wenn man es wahrnimmt. Hingegen nur annehmbar ist dabei Realität, sie sei von einer höheren Ordnung geregelt und somit im Gegensatz zur Wirklichkeit, dem Dasein. Somit müsste unterschieden werden zwischen einer Wirklichkeit, den existierenden Objekten, welche ertastet werden könnten und der Realität, den Attributen, welche wir den Objekten zuweisen oder in sie interpretieren.

Halten wir somit fest, dass wir die Realität wahrnehmen als eine Wirklichkeit mit zusätzlicher Information. Das gleiche Prinzip verfolgt die Technologie in Anwendung von Augmented Reality. Über ein zusätzliches Gerät (Smartphone, Wearables) werden Informationen sichtbar gemacht, die sich uns sonst nicht erschliessen würden. Nehmen wir ein Beispiel aus einem Fahrzeug. Wenn Sie sich hinters Steuer setzen, den Motor anlassen und losfahren und dabei oberhalb Ihres Lenkrades eine Projektion in der Windschutzscheibe bemerken, welche Ihnen ihre aktuelle Geschwindigkeit sowie die Route anzeigt, dann sind Sie mitten in Augmented Reality. Ihre Wahrnehmung wird mit weiteren Informationen angereichert, welche ohne das zusätzliche Ausgabegerät nicht ersichtlich wären. Bevor wir uns nun in Beispielen verzetteln, möchten wir einen weiteren Schritt in Richtung virtuelle Welt wagen.

Extended Reality oder Mixed Reality ist in dieser Thematik lediglich ein Sammelbegriff. Professor Paul Milgram von der University of Toronto gilt als einer der Urheber des Virtualitätskontinuum. Klingt fantastisch kompliziert, beinhaltet aber die Bandbreite von der Realität hin zur Virtualität. Dazwischen liegen verschiedene Stufen der Vermischung von Realität und virtuellen Inhalten.
Begeben wir uns nun zur Augmented Virtuality, geht es darum, dass reale Objekte in eine virtuelle Umgebung gestellt werden.
Verlässt man den Bereich der Mixed Reality, sind wir vollends in der digitalen respektive virtuellen Umgebung. Um Virtual Reality erleben zu können, benötigen Sie einerseits die entsprechenden Geräte wie 3D-Brillen, -Helme oder -Headsets sowie eine ordentliche Rechenleistung, welche Ihnen die virtuelle Umgebung darstellt. Ist dies sichergestellt, erleben Sie eine völlig neue Dimension. Hierbei haben Sie die Möglichkeit, je nach Drehbuch mit Ihrer Umgebung zu interagieren und diese zu entdecken. Sie befinden sich körperlich zwar an Ort und Stelle, jedoch wird Ihrer Wahrnehmung eine nicht reale, sondern simulierte Situation gezeigt. Durch Geräusche, Gerüche und reale Gegenstände kann das Eintauchen zusätzlich unterstützt werden, sodass Sie mit allen fünf Sinnen in einer neuen Welt sind.

Bild: Realitäts-Virtualität Kontinuum

Was nützt mir all dies nun für mein Unternehmen?

Diese Frage stellen Sie sich unberechtigt. Es mag in einem ersten Moment nach einer Spielerei aussehen und als prominentes Beispiel kommt Ihnen «Pokémon Go» in den Sinn. Dies wäre aber zu kurz gegriffen, würde man es dabei belassen. Man darf die vielen Anwendungsmöglichkeiten nicht ausser Acht lassen. Wir sind uns bewusst, dass wir als Schweizer möglicherweise einen konservativeren Markt haben, der auf Neuerungen immer leicht verzögert reagiert. Jedoch bringt uns dies die Vorteile, nicht jeden Hype ungefiltert zu übernehmen und unausgegorene Ideen verwirklichen zu wollen. Die Technologie – um diesen Einschub zu beenden – hat einen Stand erreicht, der eine einfache Umsetzung ermöglicht, die Sie in verschiedensten Bereichen anwenden und einbinden können. Denken wir gemeinsam folgendes Szenario durch: Sie sind ein Industriebetrieb, welcher Maschinen fertigt, die einer zyklischen Wartung unterliegen. Für diese Wartung erstellen Sie einerseits umfangreiche Anleitungen, welche entweder ganze Ordner füllen oder als PDF auf einem Tablet vor Ort aufliegen. Servicetechniker sind dabei gezwungen – sofern die Erfahrung noch fehlt – aufwändige Schulungen zu durchlaufen und während der Wartung stets zwischen Objekt und Anleitung zu wechseln.

Bild: Reparaturanleitung über AR-Brille, Quelle: shutterstock

Wie wäre es nun, wenn ein Techniker statt der Anleitung lediglich eine Brille mit Fensterglas und integrierter Kamera trägt, welche die markierten Punkte an der Maschine scannt und ihm die zu erledigenden Arbeiten einblendet? Wechseln wir die Szene zu einem Paar, welches sich dafür entscheidet, ein Eigenheim zu bauen. Das Grundstück ist festgelegt und die Planung des Architekten fertiggestellt. Wie wäre es, wenn diese beiden nun vor Ort ihr Heim in realer Umgebung über das Smartphone betrachten könnten? Sie würden dann feststellen, dass gewisse Anpassungen notwendig werden, da ihre Vorstellung und das Ergebnis, in der Umgebung betrachtet, nicht korrelieren.

Vielleicht sind Sie nicht überzeugt von solchen Beispielen. Aber dies sind auch lediglich zwei Anwendungen und viele weitere bieten sich an. Sie können Ihrer Fantasie ein wenig freien Lauf lassen und folgende Überlegung anstellen:

Welche Dienstleistung bieten wir an oder, in einem anderen Fall, welche Produkte stellen wir her? Welche Informationen können wir unseren Kunden oder Monteuren, Servicetechnikern oder Endanwendern bereitstellen, welche Ihnen nützlich sein können? Oder möchten Sie ihre Marketingaktivitäten im Printbereich so erweitern, dass Sie eine Brücke zu ihrem Onlineauftritt, ihrem Onlineshop, einer Landingpage oder einer direkten Kontaktaufnahme schlagen? Vielleicht haben Sie auch Produkte, welche Sie in 3D direkt in Ihre Webseite einbauen möchten, welche in einem weiteren Schritt über Augmented Reality von potenziellen Kunden in Ihrer zukünftigen Umgebung betrachtet werden können?

Ein letztes Beispiel: Es wäre doch auch einmal interessant, wenn Sie eine neue Kaffeemaschine kaufen und diese in Betrieb nehmen und nicht die Anleitung studieren müssten. Schön wäre es, wenn Sie lediglich den aufgebrachten Sticker scannen und Ihnen danach eine animierte Anleitung Schritt für Schritt erklärt, was zu tun ist? Sie müssten sich nicht mehr mit kryptischen Explosionszeichnungen herumschlagen. Wenn Sie über einen Link bereits in den Shop für Verbrauchsmaterialien (Bohnen, Kapseln, Entkalker, usw.) gelangen, haben Sie bereits am Morgen beim Kaffee nach dem Checken Ihrer Mails alles erledigt und den Nachschub am nächsten Tag im Briefkasten.

Dies klingt alles ein wenig wie Zukunftsmusik oder einfach nur wie unnötige Neuerungen? Die Entwicklung bewegt sich möglicherweise in diese Richtung. Smarte Kühlschränke haben ja bereits Einzug gehalten und gleichzeitig hat jeder von uns die persönliche Freiheit zu übernehmen, was er für richtig und nötig hält. Die nächste Generation jedoch erledigt noch mehr am Smartphone, als man vermuten mag (63% der 14 – 29Jjährigen sind mehr mit dem Smartphone online als dem Desktop Computer; Quelle: Media Use Index 2018). Diese Information dient aufzuzeigen, was einer Fortsetzung eines Trends nahe kommt, zieht man Vorjahreszahlen zum Vergleich herbei. Diese Studie ist übrigens einsehbar als Download unter: http://www.media-use-index.ch/

Bild: Modell der zukünftigen Wohnung, dargestellt über eine App, Quelle: shutterstock

Jetzt sind viele Informationen gekommen, was fange ich damit nun an?

Wenn Sie sich das fragen, können wir Ihnen mitteilen, dass Sie damit erstens nicht alleine dastehen und zweitens, wenn Sie Interesse an einer Umsetzung haben, wir uns zu einem realen Kaffee treffen sollten. Wir möchten Ihnen zu diesem Thema nämlich Folgendes mitgeben: Jede neue Technologie fordert und fördert einen Lernprozess. Die Lernkurve bezüglich Augmented Reality ist steil, jedoch sind die Ergebnisse beeindruckend und lohnenswert. Wenn Sie sich von ihren Mitbewerbern abheben möchten, so sollten wir eine gemeinsame Idee entwickeln, welche auch in Ihr Kommunikationskonzept eingebettet werden kann. Möglicherweise schweben Ihnen auch Gedanken durch den Kopf, welche eine Abklärung benötigen. Auf jeden Fall ist die Zeit gekommen, in welcher wir uns von einem Produktionsbetrieb hin zu einem Partner bewegen, der mit Ihnen gemeinsam Ideen verwirklichen will. Der Moment ist da für den nächsten Schritt.

Quellen:

http://gams.uni-graz.at/archive/objects/context:reko/methods/sdef:Context/get?mode=concept
https://www.augmented-minds.com/de/erweiterte-realitaet/was-ist-augmented-reality/
https://de.ryte.com/wiki/Extended_Reality

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